Archiv der Kategorie: Sicherheit

Freiheit stirbt mit Sicherheit

Mittwoch, 23.05.2007 München: Protestkundgebung der „Münchner G8-Koordination“ um 18.30 Uhr, vor dem Bayerischen Hof, Promenadeplatz, (zum Treffen der Innen- und Justizminister der G8-Staaten (23.-25.5.) ab 17.30 Uhr Infostände, um 17 Uhr Demonstration ab Stachus zur Kundgebung beim Bayerischen Hof,
Kontakt: BIFA, Franz Iberl, Tel.: 089/181239
E-Mail: f(Punkt)iberl(at)bifa-muenchen(Punkt)de
Internet: http://www.bifa-muenchen.de

Wäre nett, wenn sich einige beteiligen würden. Ich werde nach meiner verpflichtenden Veranstaltung in der Uni auch vorbeischauen, auch wenn ich sonst nicht gerne auf Demonstrationen gehe. 😉

Über Politikverdrossenheit

Seit Jahren wird in den Medien und von „Spitzenpolitikern“ eine zunehmende Poltikverdrossenheit angeprangert. Die Menschen gehen nicht mehr zur Wahl um den nächsten Bundeskasper, sie habe keine Lust mehr für Parteien Plakate zu kleben und sich auf Parteitagen verarschen informieren zu lassen.

Die Mitgliedschaften in den großen Volksparteien nehmen ab, die Zustimmung sinkt.

Allerdings könnte man auch vermuten, dass eine hohe Beteiligung nur bei Wahlen gewünscht wird um weiterhin nicht in Legitimationsprobleme für den eigenen Machterhalt zu kommen.
Falls sich der Wille der Menschen in diesem Land wirklich mobilisieren sollte, falls die Menschen wieder Interesse an politischen Willens- und Entscheidungsbildung haben, wird alles ganz schnell abgeblockt.

Zu sehen ist das ganze bei Versuchen Basisdemokratische Komponenten auf Bundesebene zu verwirklichen. Vor allem die Vertreter der großen „Volksparteien“ blocken diese Vorschläge seit Jahren ab. Es könnte ja unangenehme Forderungen kommen.

Ebenso sind ganz offensichtlich Demonstrationen zu momentanen politisch relevanten Themen unerwünscht. Wie sonst ließe sich das Vorgehen gegen in der Verfassung garantierte Demonstrationen erklären?

Unabhängig davon, dass es ein absolutes Armutszeugnis ist, wenn sich die gewählten Regierungsoberhäupter der Welt vor ihren Wählern hinter Panzersperren, Hochsichherheitszäunen und dem größten Polizeiaufgebot in der Geschichte der Bundesrepublik verstecken müssen.

Allmählich wird es Öde…

Das Netz sei „Kommunikationsplattform, Werbeträger, Fernuniversität, Trainingscamp und think tank“ von Terroristen, knüpfte der CDU-Politiker an seine früheren Warnungen vor den Gefahren des Internets an. Daher sei es „dringend notwendig“, dass Nachrichtendienste die Möglichkeit zu verdeckten Online-Durchsuchungen erhalten.

Ja so ist das mit Kommunikationsmitteln wie Sprache, Schrift und den Medien wie Büchern, Zeitungen, Radio, Fernsehen, dem Internet,…

Ganz verrückte Sache irgendwie verwenden das ganz viele Leute, die sich vorher bei Schäuble nicht angemeldet haben.

Natürlich sind auch Verbrecher online. Natürlich sollte die Polizei dort auch „virtuell“ Streife laufen. Warum sie dazu aber meine private Festplatte durchsuchen wollen, habe ich bislang noch nicht verstanden.

Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass das unser Innenkasperminister auch nicht hat.

Wie könnte der Bundestrojaner funktionieren

Eine hübsche Erklärung bietet dazu die Zeit.
Der Text ist durchaus auch Anfängergeeignet.

Und die theoretischen Schutzmaßnahmen sind die üblichen:

  • Sichere Passwörter
  • Verschlüsselte Kommunikation
  • Gute Firewall
  • Keine unnützen Dienste laufen lassen
  • Idealerweise freie Betriebssysteme verwenden
  • Regelmäßige, signierte Sicherheitsupdates
  • Vernünftige Viren- und Malwarescanner
  • Der Großzügige Verzicht auf Spyware

Sollten ja eigentlich Selbstverständlichkeiten sein…. sollten.

Ein kleiner Rhetorikkurs

Was sagt man, wenn man nichts mehr sagen kann?

Teil 1: Die Nullaussage

Die Bundesregierung antwortet auf eine kleine Anfrage zu Theseus:

Die Bundesregierung teilte mit, dass weder Quaero und Theseus eine Alternative zu Google werden soll. Man wolle vielmehr auf eine „Infrastruktur des Wissens“ abbilden.

Das System soll semantische, also die Wortbedeutung betreffende Verfahren einsetzen. und in vielversprechenden Anwendungsfeldern erprobt werden.

via: golem.de

Teil 2: Partielle Wahrnehmung

(Sehr nützlich bei unangenehmen Themen…)

Herr Ziercke im Gespräch mit der Taz:

Sie räumen aber ein, dass die heimliche Durchsuchung von privaten Computern eine neue Dimension der staatlichen Überwachung darstellt?

Im Kern geht es nur darum, den von den Schwerstkriminellen bereits vollzogenen digitalen Quantensprung aufzuholen. Diese verlagern ihre Kommunikation konsequent in das Internet.

Irgendwie scheint auch niemand so recht zu begreifen, dass Quanten nicht besonders weit springen.

Teil 3: Ignoranz

An Herrn Ziercke ging die Frage nach den Schlüsselwörtern.
Das interessierte mich, wie eine kleine Software ohne alle Daten zu kopieren, selbstständig irgendwas belastendes finden kann durch die Suche nach Schlüsselwörtern. Immerhin ein starkes Argument, dass durch die Verwendung dieser Technik die Privatsphäre ja gewährleistet sei. Ich meinte, dass bei der normalen Telefonüberwachung dies auch nicht möglich sei. Die Überwachten würden einfach von â??Geburtstagâ? anstatt von â??Attentatâ? reden.
(Antwort Frage wurde nicht beantwortet).

via: netzpolitik.org

Teil 4: Flucht

Beim diesjährigen Versuch des Chaos Computer Club (CCC), dem Landesamt für Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen ein symbolisches Trojanisches Pferd zu überreichen, stießen die verblüfften Chaoten auf einen leeren Stand. Das zuvor über den Besuch informierte Standpersonal des Verfassungsschutzes hatte offenbar mitsamt allen Plakaten und Broschüren die Flucht ergriffen.

via: ccc.de

Ein Entschuldigungsschreiben

Gestern verschickte der Rektor der LMU noch ein Entschuldigungsschreiben, mir ist allerdings nicht ganz klar für was er sich entschuldigt.

.. versteht sich die LMU als liberale und Weltoffene Hochschule, die eine Diskurskultur und intellektuelle Atmosphäre schafft, in der Denunziation und Bespitzelung keinen Platz haben. […]

Die großen Chancen, die wissenschaftlicher und kultureller Austausch bieten, sind gefährdet durch extremistische Weltanschauungen und aggressiven Fundamentalismus.[…]

In diesem Zusammenhang hat ein Rundschreiben der Universität, in dem auf eine nach den Informationen der Sicherheitsbehörden bestehende Gefährdung durch aggressive Fundamentalisten hingewiesen wurde, durch missverständliche Formulierungen heftige Diskussionen und Proteste ausgelöst. Wir bedauern diese Missverständnisse und betonen noch einmal den Wert einer offenen und toleranten Wissenschaftskultur, die wir an unserer Universität erhalten und weiter stärken wollen.
[…]

So weit der Schmu.
Allerdings frage ich mich, was an der Mail vor kurzem missverständlich war.
Ich würde sogar behaupten, dass sie ziemlich eindeutig war.

Warten

TrueCrypt will now collect random data.

Is your mouse connected directly to computer where TrueCrypt is running? [Y/n]:

Please move the mouse randomly until the required amount of data is captured…
Mouse data captured: 100%

Done: 500.41 MB Speed: 21.23 MB/s Left 6:12:23

Hört sich nach einem lustigen Abend an 😉

Unter diesem Aspekt hätte man vielleicht doch eher die kleine Platte kaufen sollen…

Update 2017: bitte verwendet künftig beispielsweise VeraCrypt, da TrueCrypt nicht mehr weiter entwickelt wird.

Blockwart reloaded II

Betreff: WG: islamistische Anschläge im Bundesgebiet
Wichtigkeit: HochSehr geehrte Damen und Herren,

der islamistische Terrorismus stellt weiterhin die größte Bedrohung der
Inneren Sicherheit der westlichen Staaten und damit auch Deutschlands dar.
Aus Sicht der Sicherheitsbehörden besteht eine erhöhte abstrakte Gefährdung.

Wie Sie Presseverlautbarungen vom Wochenende entnehmen können, wurden
Anschläge von Islamisten auch für die Bundesrepublik und in Österreich
angekündigt. Auch die gescheiterten Kofferbombenanschläge auf Regionalzüge
am 31. Juli 2006 in Dortmund und Koblenz sind ein Beleg dafür, dass auch
Deutschland nicht nur Rückzugs- und Ruheraum, sondern Anschlagsziel für
islamistische Terroristen ist.

Es ist also hohe Wachsamkeit geboten.

In diesem Zusammenhang sollte auf Hinweise auf Studierende, Mitarbeiter oder
sonstige Gebäudenutzer geachtet werden, die sich durch besondere
Verhaltensweisen, wie z. B. einen Bruch im Lebenswandel, Gewaltbereitschaft,
radikal-verbale Äußerungen oder Beschäftigung mit einschlägiger Literatur
auffällig in Richtung islamischer Fundamentalismus verändern.

Ich darf Sie bitten, verdächtig erscheinende Wahrnehmungen, die Rückschlüsse
auf eine islamisch-fundamentalistische Haltung zulassen, unverzüglich
hierher mitzuteilen.

Bitte informieren Sie Ihre Mitarbeiter entsprechend.

Ludwig-Maximilians-Universität München
Mit freundlichen Grüßen
*******
Ltd. Regierungsdirektor

Und so ein Bockmist ging heute an fast alle Mailadressen an der Uni-München.

Meine Fresse, Sachen gibt es. Echt nicht mehr feierlich.

Hauptsache wir schüren die Angst vor „potenitiellen Attentaten“ und binden eine Menge verunsicherter, dummer und minderbemittelter Menschen bei einer grandiosen Hexenjagd ein.

Tja die Guten Alten Zeiten.

Edit: Bei heise findet sich was interessantes zur Veröffentliichung von Emails. Da diese Email an mich adressiert war (zumindest bin ich im Physik-Verteiler 😉 ), sehe ich mich juristisch auf der sicheren Seite.

FBI missbraucht Befugnisse

Konnte man ja nicht vermuten, dass die Schlapphüte aus den USA ihre eh schon enormen Befugnisse noch ein wenig ausdehnen.

Das FBI hat demnach selbst 26 „mögliche Verletzungen“ der Regeln zum Einsatz der Auskunftsansprüche zwischen 2003 und 2005 zugegeben, von denen allerdings nur 19 an die zunächst zuständige Kontrollbehörde gemeldet wurden. Eingestanden hatte das FBI dabei die Ausstellung von „Sicherheitsbriefen“ ohne rechtmäßige Autorisierung beziehungsweise ohne Nachweis tatsächlich dringlicher Umstände zur Dateneinsicht. So seien insbesondere Informationen über geführte Telefonate, Internetverbindungen und den geführten E-Mail-Verkehr unberechtigt in die Datenbanken des FBI gewandert. Zudem seien Daten erhoben worden, die zunächst in den Anschreiben gar nicht verlangt waren. […]

Die Vertreter des Generalinspekteurs stellten überdies bei einer Prüfung von 77 einschlägigen Akten in vier FBI-Büros fest, dass 17 davon ein oder mehrere ähnliche Fehler enthielten. Diese seien von der Bundespolizei selbst nicht identifiziert und somit auch nicht gemeldet worden. Die Dunkelziffer ähnlicher Machtüberschreitungen könne aber noch über diesem 22-prozentigen Anteil liegen, heißt es in dem Bericht. […]

Die Rede ist von einem „dramatischen Anstieg“ der Einsatzzahlen. So habe das FBI im Jahr 2000 nicht mehr als 8500 Abfrageverlangen gestellt, während es allein 2005 rund 47.000 waren. Diese seien in 19.000 Briefen geltend gemacht worden. Zwischen 2003 und 2005 stieg die Quote der National Security Letters, die sich auf US-Bürger bezogen, zudem von 39 auf 53 Prozent an. Viele gestellte Auskunftsansprüche registriert das FBI dem Bericht nach aber gar nicht in seiner zugehörigen Datenbank.

via: heise.de

Was das jetzt für die Aussagen von deutschen „Sicherheitsbeamten“ heißt, mag sich jeder selbst ausmalen.

Auszuschließen ist soetwas wie wir in den letzten Jahren gesehen haben auch in Deutschland nicht.