Archiv für den Monat: Juni 2014

Warum ich trotzdem Fußball-WM schaue

Ja, Österreich scheiterte mal wieder an der Qualifikation. Ja, die Trikots werden nicht unter den Bedingungen hergestellt, die man sich wünscht.  Ja, die Bevölkerung Brasiliens wird vermutlich nicht im erhofften Ausmaß von der WM profitieren. Ja, die FIFA erwirtschaftete mit dem WM 2010 einen Umsatz von mehr als 2,5 Milliarden Euro, und 2014 wird es kaum weniger sein. Ja, die FIFA – offiziell ein Verein – bezahlt trotzdem nur 4 % Steuern. Ja, die FIFA scheint ähnlich wie das IOC immer wieder in unsaubere Geschäfte, genauer Bestechung, verwickelt zu sein. Ja, die FIFA kooperierte unter fragwürdigen Bedingungen mit der Junta in Argentinien.

Und trotzdem begeistert die Fußball-WM Millionen von Menschen weltweit. Weil sie spannende Spiele, brillante Spielzüge und schöne Tore sehen wollen. Weil sie vor dem Fernseher oder beim Public Viewing mitzittern, mitfeiern und mitleiden wollen. Weil sie, man mag es kaum glauben, Freude am spielerischen Ausleben von Nationalismen haben.

Und auch mich wird das Fußballfieber wieder packen. Ich freue mich auf fesselnde Spiele, dramatische Minuten und eine hoffentlich faire und großartige WM.

Krautreporter: Der Traum vom unabhängigen Journalismus

Über die Krise des Printjournalismus wurden in den letzten Jahren viel geschrieben und noch mehr gejammert. Fakt ist, dass bei fast allen großen Verlagshäusern die Werbeeinnahmen im Printbereich einbrechen und ganze Redaktionen geschlossen werden. Auch der vermeintliche Hoffnungsträger, der Onlinejournalismus, konnte den Niedergang bislang nicht stoppen. In den USA lagen 2012 die inflationsbereinigten Werbeeinnahmen der Zeitungen im Print und Onlinebereich mit 20 Milliarden Dollar auf dem gleichen Wert wie 1950.

In den letzten Jahren wurde vieles versucht, um der Krise Herr zu werden. Ein stärkerer Fokus auf den Lokaljournalismus, Bürgerjournalismus oder Paywalls im Internet sollten helfen, hochwertigen Journalismus zu finanzieren. Die Ergebnisse sind bestenfalls durchwachsen.

Es war also nur eine Frage der Zeit, bis jemand die Hoffnung auf Crowd-Funding setzen würde. Ein Team von 25 Reportern aus ganz Deutschland will es wissen. Mit Unterstützung von 15.000 Menschen, soll ein komplett werbefreies Onlinemedium entstehen, exklusive, multimediale Inhalte produziert und unabhängiger Journalismus ermöglicht werden.

Bis Mitternacht des 13.06.2014 müssen 900.000€ beschafft werden, um den Krautreportern den Start zu ermöglichen. Mit 60€ ist man für ein Jahr dabei, erhält werbefreien Zugriff auf alle Reportagen, Recherchen und Hintergrundberichte auf der Homepage sowie exklusiven Zugang zu vier neuen Veröffentlichungen pro Tag.

Falls ihr Interesse an unabhängigem Qualitätsjournalismus habt, dann unterstützt die Krautreporter mit einem Abonnement.

UPDATE: Und sie haben es tatsächlich geschafft!

Gaisbergrennen 2014

Das Gaisbergrennen in Salzburg fand zwischen 1929 und 1969 regelmäßig statt. Als klassisches Bergrennen war es das Ziel, möglichst schnell auf den 1287 Meter hohen Salzburger Hausberg zu kommen. Unter anderem auf Grund mehrerer tödlicher Unfälle wurde das Rennen Ende der 60er Jahre eingestellt.

Zur großen Freude der Oldtimer-Fans gibt es seit 2003 eine Neuauflage des historischen Rennens. Um die Sicherheit der Fahrer braucht man sich heute weniger Gedanken zu machen. Die Wertung richtet sich nicht mehr nach der schnellsten Bergfahrt, sondern nach der Gleichmäßigkeit, mit der die Strecke zurückgelegt wird. Um den Charme des Gaisbergrennens wieder aufleben zu lassen, sind trotzdem nur Fahrzeuge zugelassen, die vor 1969 gebaut wurden. Auch 2014 wurden die zumeist offenen Fahrzeuge bei strömenden Regen auf dem Salzburger Residenzplatz präsentiert, bevor um 15:00 Uhr der Stadt Grand Prix begann.