Archiv für den Monat: Oktober 2013

Brauchen wir eine Stadt der kurzen Wege?

Der motorisierte Individualverkehr ist in Städten allgegenwärtig. Sei es die Fahrt zur Arbeitsstelle, zum Einkaufszentrum auf der „grünen Wiese“, zu Ärzten, Schulen oder Bekannten.
Über Jahrzehnte wurde den wahrgenommenen Problemen wie Staus, Parkplatzmangel und Unfälle vor allem durch vermehrten Ausbau der Infrastruktur –also mehr Straßen, mehr Parkplätzen, mehr Tiefgaragen, getrennte Wege für verschiedene Verkehrsteilnehmer- entgegen gewirkt.

In den letzten beiden Jahrzehnten wurde aber auch deutlich, dass auch andere Einflüsse des Verkehrs problematisch sind und diese auch in Städten konzentriert zu Tage treten. Hierbei sind Lärmentwicklung, Bodenversiegelung, Schadstoffausstoß und der Beitrag des Verkehrs zum Klimawandel zu nennen.

In diesem Artikel soll erörtert werden, welche Rolle Städte und auch Stadtplanung bei einer nachhaltigen Mobilität und einer Reduktion des CO2-Ausstosses spielen können.

Dazu wird zuerst ein kurzer Überblick über die mit dem Verkehr verbundenen Probleme gegeben. Darauf folgt ein Überblick über verschiedene Motive zur Wahl der Verkehrsmittel und eine Einordnung in die Effizienz-Suffizienz-Debatte. Abschließend werden alternative Ansätze vorgestellt und mit dem Klimaschutzprogramm der Stadt Wien verglichen.

Verkehr und Probleme

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Parlamentarischer Hürdenlauf

Die Bundestagswahl 2013 stellt die Parteienkonstellation der vergangenen zwei Jahrzehnte auf den Kopf. Aus ehemals drei westdeutschen Parteien wurden durch den Aufstieg der Grünen und die Wiedervereinigung fünf Parteien, die regelmäßig im Bundestag vertreten waren. Auch die politischen Verhältnisse schienen klar. Entweder eine sogenannte bürgerliche Koalition aus CDU/CSU und FDP oder aber eine Rot-Grüne Alternative, falls es für beides nicht reicht, bleibt eine große Koalition als Alternative.

Durch den Erfolg der Union im Jahr 2013, die die absolute Mehrheit um nur fünf Mandate verpasste und das Debakel der FDP, die an der fünf Prozent Hürde scheiterte, verschieben sich die parlamentarischen Machtverhältnisse deutlich. Und zwar nach Links.

Trotz des guten Abschneidens von CDU und CSU gibt es eine parlamentarische Mehrheit für eine linke Koalition aus SPD, Grünen und der Linken. Noch wollen sich weder die Parteispitze der SPD noch die der Grünen auf eine solche Koalition einlassen, aber die Möglichkeit besteht.

Angela Merkel hingegen steht vor dem Problem einen Juniorpartner für eine Regierung zu finden. Die Linke kommt aus ideologischen Gründen nicht in Frage. Die Grünen zeigen bislang  kein Interesse an einer Koalition, befinden sich gar im Umbau der Parteiführung. Die SPD hingegen scheint sich noch zu gut an die große Koalition von 2005 bis 2009 zu erinnern. Während dieser Zeit verloren die Sozialdemokraten 11,2 Prozent an Wählerstimmen. Auch das Abschneiden der FDP bei der jüngsten Bundestagswahl (-9,8 Prozent) scheint die SPD von einer raschen Koalitionsaussage abzuhalten.

Doch auch wenn Spötter bereits jubeln, dass Leistung sich offenbar wieder lohnt, weist das knappe Ausscheiden der FDP und das ähnlich knappe Ergebnis der AfD auf ein demokratisches Problem hin. Für die absolute der Mehrheit der Mandate genügen deutlich weniger als 50 Prozent der abgegebenen Stimmen und schlimmer noch, die Stimmen großer Teile der Wahlberechtigten werden im Parlament nicht gehört.

Warum ist das ein Problem?

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