Arabisch Lehrbücher im Vergleich

Da ich nun schon eine ganze Weile dabie bin arabisch zu lernen, hat sich hier eine Menge an Literatur angesammelt. Die Ansätze und auch die Qualität der verschiedenen Werke unterscheidet sich zum Teil allerdings deutlich.

Wichtig ist für mich vor allem, ob es sich auch ohne Lehrer vernünftig lernen lässt, da ich viel zu Hause gelernt habe.

Hier also ein kleiner Überblick über die Lehrbücher, die ich zu verwendet habe, wenn auch nicht alle bis zum Schluss durch gearbeitet. Zusätzlich gebe ich auch einen Überblick über die ein oder andere Grammatik und ein paar Wörterbücher.

Lehrbücher Hocharabisch:

  • Krahl, Reuschel, Schulz: Lehrbuch des modernen Arabisch (Langenscheidt): In vielen Universitäten mehr oder weniger Standard. Die Grammatikerklärungen halte ich für sehr ausführlich und gut, dieTexte sind eher an Zeitungssprache orientiert. Das Buch führt eine sehr große Menge an Vokabular ein und verzichtet bereits in den ersten Texten auf die Vokalisation. Auch im zugehörigen Schlüssel zum Lehrbuch wird auf die Vokalisation verzichtet. Zum Selbsstudium, auch mit Kassetten, meiner Meinung nach nicht geeignet. Auch sonst gibt es meiner Meinung nach zugänglichere Werke.
  • Fietz: Praktisches Lehrbuch Arabisch (Langenscheidt): Wie der Titel schon sagt, eher praktisch orientiert. Das zeigt sich vor allem im verwendeten Vokabular, aber auch bei einigen Vereinfachungen in der Grammatik. Hoch komplexe Strukturen und ähnliches wird man dort nicht finden. Auf die Vokalisation der Texte wird allerdings auch hier verzichtet. Schön ist, dass auch einmal ein Brief als Lektionstext vorkommt, oder auch Behördenkram thematisiert wird. Zu den CDs und dem Übungsheft kann ich nichts sagen, da ich es nicht verwendet habe.
  • Borg: Modernes Hocharabisch – Konverstaionskurs (Verlag Borg): Klare deutliche Schrift, viele Übungen. Es wird durchgehend alles vokalisiert. Ich habe damals damit angefangen, danach aber nicht mehr damit weiter gearbeitet.
  • Assimil: Arabisch ohne Mühe (Assimil): Habe ich damals aus der Bibliothek ausgeliehen. Die Idee Grammatik vor allem implizit zu lernen finde ich durchaus interessant, bei einer  Sprache wie Arabisch war das für mich allerdings nicht zielführend. Falls jemand mit der Assimilmethode zurecht kommt sicherlich einen Blick wert. Die CDs sind allerdings, zumindest in den ersten Kapiteln, absolut unbrauchbar, da die Geschwindigkeit so stark reduziert wurde, dass ich die Wörter nicht mehr verstanden habe. Das Buch alleine ist eh deutlich günstiger. 😉
  • Schnellkurs Arabisch (Hueber): Vielleicht zusammen mit dem praktischen Lehrbuch von Langenscheid das didaktisch sinnvollste Werk. Vor allem wenn man sich auf die gesprochene Sprache konzentrieren möchte. Allerdings sind nicht immer alle verwendeten Vokabeln im Glossar aufgeführt. Ansonsten empfehlenswert.
  • lernen & üben: Arabisch (Pons):  Sehr praktisch orientiert. Da sehr kompakt ist natürlich auch die Grammatik eher rudimentär. Die Auswahl an Vokabeln halte ich für den Beginn für sehr gelungen, allerdings werden bei Verben immer nur die Vergangenheitsformen angegeben. Zumindest im Grundstamm müssen danach noch die Vokale für die Gegenwartsform in einem Wörterbuch nachgeschlagen werden. Alleine wohl nicht ausreichend.
  • Youssef, Arnold: Konverstationskurs Arabisch (Reichert): Sehr schöne Auswahl an thematisch sortiertem Vokabular, im Anhang auf 4 Seiten Grammatik, keine Lektionstexte sonderen offene Fragen, die eine Diskussion anregen sollen. Ohne Lehrer oder Gruppe und ohne Vorkenntnisse der Grammatik nicht zu empfehlen.

Grammatiken:

  • Schulz: Modernes Hocharabisch – Grammatik (Reichelt): Bislang die beste Grammatik, die ich finden konnte. Ausführlich, grundsätzlich mit Beispielsätzen, logisch sortiert und das Glosar existiert in deutsch und arabisch. Allerdings nicht ganz billig.
  • Grammatik kurz & bündig: Arabisch (Pons): Kurz und bündig trifft es hier ziemlich gut. Das nötigste ist enthalten, wenn auch teilweise nur kurz angerissen. Komplexe Strukturen und seltenes finden natürlich keinen Platz. Dafür ist es klein und billig.
  • Arabisch Kurzgrammatik (Hueber): Ähnlich knapp wie die Grammatik von Pons, allerdings noch mit Übungsaufgaben und gelegentlichen Ausführungen zu den Unterschieden zwischen Hochsprache und Umgangssprache.

Wörterbücher:

  • Universal Wörterbuch Arabisch (Langenscheidt): Enthält nach Selbstauskunft 9000 Stichwörter und Wendungen in beide Richtungen. Daher für Literatur eher nicht zu empfehlen. Vorteile sind natürlich die Größe, der Preis und das alle die Wörter nicht nach Wurzeln sortiert sind.
  • Taschenwörterbuch Arabisch (Langenscheidt): Soll 37000 Stichwörter und Wendungen in beiden Sprachen enthalten. Dazu noch kleine Extras wie eine Grammatikübersicht, Maße und Gewichte und ähnliches. Die Wörter sind, bis auf Verben, nicht nach Wurzeln sortiert. Von „seltsamen“ Verbformen gibt es zumeist einen Querverweis auf die jeweilige Wurzel.
  • Hans Wehr: Arabisches Wörterbuch (Harrassowitz/ Librairie du Liban): Das Wörterbuch. Arabisch- Deutsch, nur nach Wurzeln sortiert aber extrem ausführlich, mit Beispielen und Redewendungen. Nachteile: Modernes Vokabular fehlt und es ist in Deutschland sehr teuer.
  • Götz Schregele: Deutsch-Arabisches Wörterbuch (Harrassowitz/Librairie du Liban): Hans Wehr invertiert und ergänzt. Sehr zu empfehlen. Allerdings gilt auch hier, dass es in Deutschland sehr teuer ist.

Die Liste wird bei Bedarf im Laufe der Zeit erweitert. Vielleicht gibt sie aber auch jetzt schon dem ein oder anderen einen kleinen Überblick.

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