Sehr geehrter Herr Schäuble,

ich bewundere Sie wegen ihrer Arbeit.
Tag und Nacht um die Sicherheit des deutschen Volkes bemüht, ist Ihnen kein Aufwand zu groß neue Möglichkeiten auszuloten eventuellen Gefährdungen des Wohlstandes, der Unversehrtheit oder gar des Lebens der Einwohner zwischen Kiel und Garmisch vorzubeugen.

Besonders frustrierend muss es für Sie sein, dass Ihre aufrichtigen Bemühungen oft von Fanatikern des Datenschutzes und Symphatisanten des Terrors kritisiert werden. Dabei sollte doch nach dem 11. September wirklich jedem klar sein, dass auch Deutschland auf die Zusammenarbeit mit Geheimdiensten in vielen fortschrittlichen Ländern des nahen und mittleren Ostens, zur Erhöhung der realen und subjektiven Sicherheit nicht verzichten kann. Und mal ehrlich, jemand der so einen Bart trägt ist doch wirklich verdächtig.

Ähnlich erschütternd muss es für Sie gewesen sein, als das Luftsicherheitsgesetz vom Bundesverfassungsgericht als Verfassungswidrig erklärt wurde. Wieder einmal ein Beweis der Unfähigkeit dieses Justizorganes. Ganz offensichtlich ist es den Damen und Herren in Karlsruhe nicht möglich richtig zu zählen. Ein Jammer.
Vielleicht hat aber Ihr neuer Vorstoß Erfolg. Wollen wir es hoffen.

Sehr bewundernswert finde ich auch immer wieder Ihre Unterstützung für Bundeswehreinsätze im Inneren. Vor allem in Hinblick auf Sicherheitsbedenken und auch um der Welt zu zeigen, dass Deutschland gewillt ist einen Beitrag in der Weltsicherheitspolitik zu leisten wäre es sehr wünschenswert gewesen, wenn die Bundeswehr während der Fussball Weltmesterschaft im Inneren Dienst hätte tun dürfen. Zusätzlich hätte dieses Vorhaben den Zusammenhalt zwischen Bundeswehr und Volk verstärkt, da jeder selbst erlebt hätte, welchen wichtigen Beitrag „die Jungs“ zu einer friedlichen Veranstaltung geleistet hätten. In anderen Ländern geht es doch auch.
Allerdings war natürlich zu erwarten, dass sich Linke und andere Sympathisanten Verfassungsfeindlicher Organisationen darüber mokieren würden.

Natürlich stimmt jeder klar denkende Mensch darin überein, dass die Zusammenarbeit von Polizei und den verschiedenen deutschen Geheimdiensten verstärkt werden muss. Gott sei Dank stimmte Ihnen wenigstens dieses Mal die Koalition zu. Mittlerweile haben wir eine Anti-Terror-Datein in der die Informationen der verschiedenen Dienste zusammenfliessen. Ein Erfolg gegen Bartträger, Ökofaschisten/stalinisten und andere wirre Hassprediger.

Ihr neuestes Projekt, den sogenannten Bundestrojaner befürworte ich mit ganzem Herzen. Es ist ein Unding in Zeiten zunehmender Unsicherheit weiterhin auf altmodischen Begriffen wie Privatsphäre zu bestehen. Niemand der gesunden Verstandes wäre, käme auf den Gedanken, dass zur Vereitelung von Straftaten, seien es Terroranschläge oder Kinderpornographie, keine Hausdurchsuchungen durchgeführt werden dürften. Ähnlich verhält es sich mit der Onlinedurchsuchung von Computern.
Jemand der nichts zu verbergen hat, hat sicherlich auch kein Problem damit, seine Daten im Bedarfsfall der Polizei zur Verfügung zu stellen. Letztendlich wird damit doch nur die Sicherheit aller friedliebenden Bewohner unseres wunderbaren Landes erhöht.
Ich bitte sie deshalb darum möglichst schnell rechtliche Grundlagen für ihr Projekt zu schaffen, damit nicht noch mehr Zeit verstreicht, bis es eine sinnvolle Gefahrenprävention auch hier in Deutschland gibt.

Trotzdem muss ich leider auch ein wenig Kritik anbringen. Zu meinem Entsetzen musste ich feststellen, dass Deutschland mit einigen Sicherheitsrelevanten Techniken hinter vorbildlichen Demokratien zurücksteht. Besonders augenfällig wird das im Vergleich mit Großbritannien. Um weiterhin die Sicherheit für über 80 Millionen Deutsche zu gewährleisten, hielte ich es für angemessen einige der dortigen Techniken auch großflächig in Deutschland anzustreben. Ihr Volk wird es Ihnen danken.

8 Gedanken zu „Sehr geehrter Herr Schäuble,

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  5. Sebastian

    Hallo,
    mich würde mal interessieren wie genau, wenn es denn durchgesetzt währe, der genaue Plan zur ausführung währe. Geht Herr Schäuble denn davon aus das wir alle Windows Vista verwenden?!

    Ich glaube kaum das z.B. irgendein BSD oder Linux Distributor ein per Paketverwaltung zugängliches „bundestrojaner“ Paket bereitstellt um die Behörden zufrieden zu stellen.

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  6. floyd Beitragsautor

    Keine Ahnung von was Herr Schäuble ausgeht. (Vermutlich weiß er auch nicht annähernd wie sowas funktionieren soll 😉

    Bislang gibt es wohl nur ein Budget für die Programmierung. aus Nordrheinwestfalen hört man allerdings, dass es wohl schon eingesetzt wird. Keine Ahnung wie sie es machen.
    Ich persönlich würde alle Ports dicht machen, die nicht offen sind. Eine Firewall aufstellen, keine Spyware (ICQ, GoogleToolbar,…) nutzen und versuchen komplett auf OSS umzusteigen.
    Was natürlich passieren könnte, ist das durch externe Pakete irgenwas reinkommt. Vielleicht mit der neuesten lib für dvd und css. Die Originalpakete der Distributionen sind ja meist digital signiert.

    Mal sehen was die Zukunft bringt. Ist im Moment ja ein ziemliches stochern im Nebel.

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  7. Sebastian

    Von der Technik her kann man jedes Protokoll über jeden Port tunneln, von daher befriedigt eine Firewall nur das Subjektive Sicherheitsbedürfniss der User, womit wir auch wieder beim Thema währen 😉

    Das es schon eingesetzt wird, ohne vom Verfassungsgericht vorher abgesegnet worden zu sein scheint mir nach meinen erfahrungen nahezu typisch und absolut glaubhaft. Ich finde es schon entsetzlich wie hier von hoher Stelle Recht einfach ignoriert wird, wo in unserer Nationalhymne alles so schön eindeutig formuliert wird.

    Das z.B. dreckige Pakete oder die bekannten Treiber Binary-Blobs von Nvidia bzw. Ati ber der Grafik, oder anderen Proprietären Treibern bei Linux, (Bundes-)Spyware eingeschmuggelt werden kann ist klar. Und wenn man sich was eingefangen hat ist es auch schon zu spät „wenn“ man dies in Security Foren erst hinterher erfährt.

    Ob Straffällig oder nicht, Kontrolliert werden wir alle und leider geht die Entwicklung wiedermal in Richtung totale Kontrolle. Schäuble und Konsorten werden solange die selbe Sache neuformulieren und vorbringen bis es durch ist, was auch bei anderen Themen Praxis war.

    PS: nehmt Debian Linux! 😉

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  8. floyd Beitragsautor

    Am sichersten fährt man wohl noch mit zwei Rechnern. Einer am Netz, der andere für wichtiges.

    Natürlich wird der Rechner für wichtiges mit allen Vorkehrungen geschützt (verschlüsselte Platten,…).
    Der Netzrechner wird auch entsprechend hochgerüstet. Natürlich haben die keine Lanverbindung, sonder es werden die Daten per Stick oder was auch immer transportiert.

    Diesen Aufwand wollen sich aber auch nur die wenigsten machen. Und ich kann es verstehen. 😉

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