Amok

Mal kurz vorher was zu dieser „Amokgeschichte“ in NRW.
Wahrscheinlich wird jetzt gleich wieder mal über gewaltverherrlichende PC-Spiele und deren Verbot diskutiert.

Das eigentlich Problem ist meiner Meinung nach allerdings eher, dass zunehmend mehr Eltern mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert scheinen. Ich habe durchaus auch Ballerspiele gezockt. Stundenlang in irgendwelchen Kellern. Und ja, es war lustig. Trotzdem habe ich einen ausreichend guten Schulabschluss und studiere jetzt.
Ich habe bislang niemanden erschossen und habe das auch in naher Zukunft nicht vor. Ich bilde mir auch ein andere Lösungen für Probleme finden zu können, als mein Gegenüber oder mich selbst zu töten.
Auch früher spielten die Kinder Krieg mit den ihnen damals möglichen Mitteln. Heutzutage geht das meistens ohne Tränen und von Ästen zerdroschene Finger aus.

Lustigerweise scheinen allerdings in den Medien zunehmend einfache Lösungen für komplexe gesellschaftliche Probleme gesucht zu werden. Was ja nicht nur bei diesen Themen beobachtet werden kann. Ein weiteres Beispiel wäre in diesem Zusammenhang der gesamte Komplex „Terror“.

Wenn wir unsere Kinder gewaltfrei erziehen wollen, müssen wir auch in unserer Kulturvorstellung starke Einbußen hinnehmen. Bücher wie Goethes „Faust“ oder fast alle russischen Romane sind wegen exzessiver Gewaltdarstellungen für die sanften Gemüter der heranwachsenden Generation geeignet. Von Werken wie der Bibel ganz zu schweigen.

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