Moosach…

nicht gerade das Stadtviertel des Münchner Geisteslebens. Aber manchmal frägt man sich als hartgesottener Eingeborener dann doch.

Heute gegen 13:00 in der Trambahn. in der Bank hinter mir zwei ältere Damen, die sich offenbar bereits kennen:
„Ja also diese Jungen Leute sind ja gar nicht mehr hoch angesehen, ich hab da neulich einen Bericht gelesen, die denken nach der Schule nur noch schnellstmöglich ans Kinder machen und Leben dann vom Kindergeld.“

Auf meinen Einwurf, dass niemand ernsthaft von den knapp 150€ im Monat leben könnte, kam dann nur noch:
„Ja aber Erstlingsaustattung bekommen sie auch und Sozialhilfe und die Wohnung wird auch gezahlt… Betreuungsplätze brauchen sie auch, früher haben schon noch die Eltern auf die Kinder aufgepasst…“

Kurz darauf:
„Ausbildungsplätze gibt es ja auch genug, in dem Bericht hieß es dann von einem Meister aus München, dass die jungen Leute anfangen und nach 5 Wochen immer wieder aufhören, weil sie dann Arbeitslosengeld beantragen können. Die denken sich, warum sollte ich denn arbeiten, wenn ich wenn ich nix tue weniger bekomme. Alles sollte man um 50% kürzen.“

Danach ein souveräner Kommentar zu den Studiengebühren:
„Naja die Studenten regen sich ja wegen den Studiengebühren auf und streiken (Edit: Kann ein Student sinnvoll streiken?), aber wenn man dann durch Schwabing geht, dann sieht man den ganzen Cafes nur Studenten hocken und Schwabing ist nicht billig also ich gehe da nie in so ein Cafe, das seh ich garnicht ein.“

Nochmal ein Kommentar zur Kinderproblematik:
„Ja gell, da im Einkaufszentrum in diesem Cafe Gino oder Cino, da sitzen dann immer diese jungen Familien und frühstücken modisch angezogen und mit Metallschmuck behängt, ich kann mir das nicht leisten und einsehen würde ich es auch nicht…. Denen geht es auf jeden Fall viel zu gut.“

Danach schliesst sich der Kreis wieder:
„Meine Enkeltochter hat keinen Ausbildungsplatz bekommen, Frisörin möcht` sie machen, aber die nehmen alle niemanden. (Edit: Doch nicht genug Ausbildungsplätze?) Und danach weiter zur Kosmetikerin, aber für die Schule muss man ja extra zahlen (Edit: Wie war das mit den Studenten?).“

Natürlich folgte am Ende auch noch ein kleiner Exkurs zu Städtebaulichen Themen:
„Ja in diesem Haus (Edit: ein kürzlich fertiggestellter Neubau, noch ohne Gartenzaun,..) gibt es ja nicht mal richtige Vorhänge, die hängen alles einfach über die Gardinen und da wohnt sowieso ein ganz furchtbares Gemisch drinnen.“

Liebe dumme alte Weiber, falls ihr das zufällig lesen solltet, nicht die mittlerweile in München wohnenden Ausländer sind das Problem in dieser Gesellschaft, sondern die maßlose Dummheit und damit ihr selbst. Besucht in eurer mehr als ausreichenden Zeit ein paar VHS-Kurse zum Thema „Konsequentes Denken für Anfänger“ und überlegt euch einmal was die Begriffe „Generationenvertrag“ und „Solidarität“ für euer eigenes Leben bedeutet.

Irgendjemand zahlt schließlich auch eure Gehhilfen und Inkontinenzeinlagen.

Kommentar verfassen