AOL und die Datensicherheit

Wie in vielen Nachrichtenmagazinen und auch in vielen Blogs nachzulesen ist, veröffentlichte AOL die Suchanfragen von 500.000 Nutzern. Die Namen wurden zwar anonymisiert, der genaue Wortlaut der Suche allerdings nicht. Über die Suche nach dem eigenen Namen oder auch nach Bekannten ist somit eine Zuordnung zu realen Personen eventuell möglich.

Nun stellt sich die Frage, ob man denn wirklich nichts zu verbergen hat. Soll vielleicht jemand bei ihrem Arbeitgeber wissen, dass die nach AIDS-Medikamenten oder nach exotischen Pronos gesucht haben? Oder ihre Frau?
Was denken sie, sagt ihre Bank dazu? Oder ihre Versicherung?
Vielleicht interessiert sich auch der nette private Ermittler der Contentindustrien, wann sie zuletzt nach „Doom“ und „Crack“ gesucht haben.

Ein Mindestmaß an Sicherheit ist allerdings durchaus möglich.
Suchmaschienen sollte das ablegen von Cookies nicht gestattet sein. Das hat zwei Vorteile. Erstens können keine Suchprofile mehr auf ihrem eigenen PC gesoeichert werden und zweitens wird nicht mehr so speziell Werbung angezeigt.
Mit Hilfe von Tor lässt sich der Zugriff auf Suchseiten anonymisieren. Es ist also nicht mehr möglich ihre IP ihrer Suchanfrage zuzuordnen.

Hier findet man eine Anleitung für die Einrichtung von Tor unter Ubuntu-Linux. Hier findet sich eine Anleitung für den Firefox unter Windows. Die Cookies lassen sich zumeist in den Einstellungen des jeweiligen Browsers erlauben oder unterbinden. Auch eine Einstellung je nach Seite ist sinnvoll. Cookies grundsätzlich von jeder Seite zu erlauben stellt ein Sicherheitsrisiko dar.

Das ganze dürfte auch die Diskussion in den USA über die Weitergabe von Suchanfragen wieder anfachen. Der Staat Pennsylvania hatte die Suchergebnisse der großen Suchmaschinen angefordert, um die Kinder und Jugendlichen des Staates besser vor Pornographie zu schützen.

Mal sehen bis wann Google seine enormen Datenberge einmal, absichtlich oder auch zufällig, freigibt.

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